20.09.2018

Mit INISEK 1 - einen Handystuhl oder ein Hochbeet bauen

Hochbeet-mit-Blumen

Auch in diesem Schuljahr können sich brandenburgische Achtklässler im Vorfeld ihrer Berufswahl im bbw ausprobieren.

Für die meisten Achtklässler ist Schulterzucken die einzige Antwort auf die Frage, was sie nach der Schule einmal werden wollen. Das ist kein Wunder. Sie haben alle Möglichkeiten, aber sie kennen sie nicht. Das zweiwöchige Schülerpraktikum in der 9. Klasse ist viel zu wenig und kommt für viele auch zu spät. Deshalb kümmert sich das brandenburgische INISEK 1-Programm auch in diesem Schuljahr wieder um Schüler der Sekundarstufe 1, z.B. an der Lise-Meitner-Schule in Strausberg und ermöglicht ihnen einen fächerübergreifenden praktischen WAT-Unterricht (für Wirtschaft-Arbeit-Technik) schon ab der 8. Klasse, außerhalb der Schule, mit ganz und gar praktischer Berufsorientierung.
Das bbw in Strausberg hat gerade für praktische Arbeiten in verschiedenen Berufsfeldern viele Möglichkeiten - Werkstätten, Technik, Erfahrungen. Deshalb bietet es für die Schüler/-innen in den Bereichen Lager/Logistik, Metall, Holz, Tierfpflege (in Zusammenarbeit mit einem Pferdehof in Münchehofe) und Bau Projektarbeiten an. Dabei ist das Ziel, dass sie mit den Händen etwas schaffen, das sie mitnehmen können. So wurden erstmals im vergangenen Schuljahr in der Metallwerkstatt von den Schülerinnen und Schülern Metallstücke geschnitten, gebohrt, gefeilt und Namen eingestanzt, ein Handystuhl für den Schreibtisch gebaut oder, wie an der Lise-Meitner-Schule in Strausberg ein Hochbeet geplant, gebaut und angelegt. Für das Hochbeet z.B. haben sie die nötigen Materialien aufgelistet, die Kosten ermittelt, waren mit den bbw Ausbildern und ihren Lehrern im Baumarkt einkaufen und haben vom Transport bis zum Bau alles gemeinsam auf den Weg gebracht. Dabei konnten diejenigen, die gern konzipieren, planen, organisieren und kontrollieren genauso ihre Stärken zeigen, wie diejenigen, die Spaß am Bauen oder Pflanzen hatten. Denn schon in der ersten Projektwoche wurden Berufsbereiche vorgestellt und danach die Schüler nach Interesse in Gruppen eingeteilt. Die Schüler erfuhren dabei, dass Arbeiten wie die Beschaffung und das Controlling Teil von verschiedenen kaufmännischen Berufen ist, aber auch bei Logistik-Berufen zur täglichen Arbeit gehört. Hier konnte auch mal mit dem Gabelstapler gefahren werden und im Lager ausprobiert werden, wie man damit Paletten oder Kisten bewegt.

Weil zum Hochbeet auch ein Fundament mit tragfähigen Platten und schließlich einem belastbaren Holzgestell darüber gehört, lernten die Schüler/-innen hier auch verschiedene Baugewerke etwas näher kennen. Viele konnten in den Strausberger bbw Werkstätten so zum ersten Mal mit der maßgenauen Verarbeitung von Holz und z.B. bei der Herstellung von Metallwinkeln, die die Holzkonstruktion zusammenhalten, erste handwerkliche Erfahrungen mit diesen Materialien sammeln. Und schließlich musste das Holzgestell von innen mit Folie ausgeschlagen, mit Erde gefüllt und mussten die Pflanzen gekauft und eingepflanzt werden. Das Hochbeet wurde am Ende erster Bestandteil eines Schulgartens, den die Lise-Meitner-Schule sich auch deshalb zulegte, damit ihre Schüler/-innen wieder mehr Möglichkeitenin ihrem WAT-Unterricht haben, sich auszuprobieren, etwas auch außerhalb der Klassenräume zu lernen und vor allem zwischendurch auch einmal mit den Händen zu arbeiten und nicht nur mit dem Kopf.
Für die meisten Schüler waren die beiden Wochen mit ihren Praxisprojekten beim bbw in Strausberg eine gute Gelegenheit, etwas im wörtlichen Sinne handfestes zu tun und dabei Berufsbilder mit ihren speziellen Tätigkeiten näher kennenzulernen. "Es war faszinierend zu sehen, mit wie viel Eifer die Schülerinnen und Schüler hier gearbeitet haben. Sie hätten sogar ihre Pausenzeiten verpasst, wenn unsere Ausbilder sie nicht daran erinnert hätten. Einige haben nach der ersten Woche noch die Gruppe innerhalb eines Projekts oder das Projekt selbst gewechselt, aber auch das ist ein sinnvoller Effekt dieser Form der Berufsorientierung. Schließlich soll man ja nicht nur herausfinden, auf welche berufliche Richtung man später einmal Lust hat, sondern auch, was einem nicht liegt. Sicherlich werden sich bei den meisten die konkreten Berufswünsche noch einige Male ändern, aber wichtig ist, dass wir etwas dazu beitragen konnten, dass sich die Vorstellungen von einem Beruf im Kopf der Schüler bewegen." sagt Volker Eckloff, Niederlassungsleiter der bbw Bildungswerk Ostbrandenburg GmbH in Strausberg.
Am Ende ihrer zweiwöchigen Praktika erhalten alle Schüler/-innen ein Zertifikat.
Über den Bau des Hochbeets hat sogar die MOZ berichtet. Mehr Infos hier: https://www.moz.de/landkreise/maerkisch-oderland/strausberg/artikel8/dg/0/1/1660419/


Impressionen

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