Die Qualifizierung der Ausbilderinnen und Ausbilder im digitalen Wandel

NETZWERK Q 4.0 − Servicestelle Berlin und Brandenburg



Seit Oktober 2019 arbeitet die bbw Akademie für Betriebswirtschaftliche Weiterbildung GmbH als Teil des Bildungswerks der Wirtschaft in Berlin und Brandenburg an einem neuen Projekt des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Unter dem Titel "NETZWERK Q 4.0" geht es in Kooperation mit Ausbilderinnen und Ausbildern regionaler Unternehmen darum, in den kommenden Jahren neue Lehr- und Lernformate für diese in Berlin und Brandenburg zu entwickeln, zu erproben und umzusetzen.

Dem Projekt "NETZWERK Q 4.0" geht es in Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen um die Anpassung der Ausbilderqualifikation an den digitalen Wandel. Hierfür kommt es in den nächsten Jahren in unseren Häusern in Berlin und Brandenburg zum Aufbau von drei regionalen Koordinierungsstellen, in Berlin-Karlshorst, Cottbus und im ostbrandenburgischen Frankfurt (Oder). Aufgabe dieser Koordinierungsstellen ist es, Ansprechpartner für die ausbildenden Betriebe der lokalen Wirtschaft zu sein und die Unternehmen bei der Festlegung ihrer digitalen Lernbedarfe auf Ausbilderebene zu unterstützen. Einerseits, indem die Koordinierungsstellen über Dialogworkshops, Werkstattformate und persönliche Gespräche die Betriebe in ihren speziellen Bedarfen begleiten und beraten; zum anderen, indem entsprechend der regionalen Anforderungen digitale Bildungsformate entwickelt und erprobt werden. Im Anschluss an die Erprobungsphase streben wir eine Weiterentwicklung und Skalierung der neuen digitalen Lehr- und Lernmodule an.

Mögliche Orte zum Dialog:
  • direkt bei Ihnen im Unternehmen
  • an einem unserer Standorte in Berlin / Brandenburg
  • bei den Q 4.0 Dialogworkshops

Für interessierte Unternehmen starten im zweiten Quartal des Jahres 2020 Dialogformate mit Ausbilderinnen und Ausbildern aus Berlin und Brandenburg, die wir bei der Festlegung ihrer digitalen Lernbedarfe unterstützen. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse entwickeln und erproben wir für sie passgenaue digitale Lehr- und Lernmodule mit denen wir Sie in Folgeworkshops vertraut machen. Diese neuen Lernszenarien werden von uns kontinuierlich angepasst und weiterentwickelt. Wir freuen uns, wenn Sie Kontakt zu uns aufnehmen. Gerne kommen wir dann zu Ihnen oder wir verabreden uns zu einem ersten Kennenlernen in einem unserer Standorte in Berlin oder Brandenburg.

So können Sie sich einbringen

  • Setzen Sie eigene Themenschwerpunkte zur Gestaltung der Ausbildung der Zukunft.
  • Bringen Sie Ihren Bedarf an eine zeitgemäße Ausbilderqualifizierung ein.
  • Nehmen Sie kostenfrei an Ideenworkshops teil.
  • Geben Sie projektbegleitendes Feedback unseren Angeboten.
  • Arbeiten Sie an der Entwicklung von passgenauen Qualifizierungsangeboten mit.

So profitieren Sie

  • kostenlose Teilnahme an neuartigen Qualifizierungen
  • kostenloser Zugang zum Lernmanagementsystem mit umfangreichem Weiterbildungsangebot für die Ausbildung 4.0
  • Ausrichtung der eigenen Ausbildungspraxis auf die Anforderungen der digitalen Transformation
  • Weiterentwicklung Ihrer Fach- und Sozialkompetenzen
  • bundesweiter Austausch und Vernetzung mit anderen Ausbilder*innen

Qualifizierung des Berufsbildungspersonals

Drei Beispiele aus der Praxis zeigen, warum Weiterbildungen für Ausbilderinnen und Ausbilder in einer digital vernetzten Welt notwendig sind.

Unser Projektteam

Zum Projektstart formiert sich seit Ende Oktober 2019 an der bbw Akademie das Projektteam NETZWERK Q 4.0 für die Bundesländer Berlin und Brandenburg. Unter der Gesamtkoordination von Alfred Wollenhaupt besteht das Team derzeit in Berlin-Karlshorst aus den Branchenmanagern Dörte Kanzler (Chemie) und Dr. Benjamin Kummer ( Pflege) sowie in Brandenburg aus Mohsen Ataey (M+E) in Cottbus und Yvonne Lange (Pflege, Landwirtschaft) in Frankfurt (Oder). Janine Müller betreut für beide Standorte die Themen Öffentlichkeitsarbeit und Social Media. Im Verlaufe der Projektentwicklung kommt es entsprechend der fachlichen Anforderungen und Bedarfe noch zur Erweiterung des Teams.

Statements

Alfred Wollenhaupt - Gesamtkoordinator Berlin und Brandenburg

Wir Erwachsene sollten die neuen Formate der Digitalisierung annehmen und diese zur Erleichterung unseres Arbeitslebens maximal nutzen.

Dörte Kanzler - Branchenmanagerin Berlin (Chemie)

Im Netzwerk Q 4.0 arbeiten wir heute stetig daran, Ausbilder*innen virtuelle Lernmodule zum Erlangen der Fähigkeiten für die Arbeitswelt von morgen bereitzustellen.

Dr. Benjamin Kummer - Branchenmanager Berlin (Pflege)

Ich strecke im Land Berlin die Fühler in Richtung Pflege aus, ein Segment, das sich - mit der neuen, generalistischen Pflegeausbildung - derzeit selbst in einem grundlegenden Reformprozess befindet.

Yvonne Lange - Branchenmanagerin Brandenburg (Pflege und Landwirtschaft)

Mein Ziel ist es, Unternehmen zu unterstützen und bestmöglich auf den Wandlungsprozess der Digitalisierung vorzubereiten.

Dipl.-Ing. Mohsen Ataey - Branchenmanager Brandenburg (Metall- und Elektroindustrie)

Wir möchten die Vorteile der Digitalisierung nutzen, um die digitalen Kompetenzen der Ausbilderinnen und Ausbilder zu Gunsten eines verbesserten Ausbildungsniveaus zu erhöhen.

Unsere News-Beiträge

Alle paar Monate treffen sich die Netzwerkpartner aus allen Bundesländern zusammen im Institut der deutschen Wirtschaft in Köln, um sich über ihre bisherigen Ergebnisse auszutauschen und gemeinsame Wege zur Erreichung der Projektziele zu entwickeln. Doch wie sieht so ein Netzwerktreffen in Zeiten von Corona aus? Ganz klar: digital! Ob im Home Office oder im Büro - über 180 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen Bildungswerken versammelten sich am 7. und 8. Mai 2020 und nahmen an einer gemeinsamen Video-Konferenz in Microsoft Teams teil. Durch die hervorragende Organisation des IW konnte dieses außergewöhnliche Treffen erfolgreich durchgeführt werden.

An beiden Tagen konnten sich alle Netzwerkpartner in verschiedenen Arbeitsgruppen engagieren und beispielsweise zu den Themenschwerpunkten Arbeiten in Zeiten von Corona, Erfolgreich sein mit digitalen Formaten, Arbeiten mit dem LMS oder Gewinnung von Zielgruppen, eigene Ideen einbringen. Weiterhin wurde unsere neue Projekt-Website www.netzwerkq40.de vorgestellt, die am 08.05.2020 online ging. Unter dem Reiter "Partner" wird es übrigens bald eine Deutschlandkarte geben auf der man mit einem Klick auf Berlin oder Brandenburg alle Infos aus den beiden Bundesländern, wie Infos, Ziele oder Events, erhält.

Für unser Projektteam in Berlin und Brandenburg ergaben die beiden Netzwerktage wertvolle Ergebnisse, die wir in unserer täglichen Arbeit integrieren können und mit denen sich die zukünftige Arbeit in den nächsten Monaten bis zum nächsten Austausch gestalten wird. Bis dahin sind wir weiterhin für Sie im Home Office per Mail oder auch telefonisch erreichbar.
Unter dem Titel "Digitales Lernen in der Berufsausbildung" stand in diesem Jahr die NEXTLEARN , auf der wir uns am Dienstag, den 18. Februar 2020 mit dem Netzwerk Q 4.0 viele Anregungen für die Arbeit unseres Projektes holen konnten. Der Veranstaltung mit rund 150 Besucher*innen ging es um die Erfahrungen von Unternehmen mit der Digitalisierung in ihrer Ausbildung, um die Präsentation neuer digitaler Angebote sowie um mögliche erste Schritte auf dem Weg zur Ausbildung 4.0, also genau das Thema unseres Projektvorhabens. Entsprechend spannend war es für uns auch, die Vorträge, Präsentationen und Diskussionen zu verfolgen und uns mit den Akteuren vor Ort zu vernetzen. Von diesem spannenden Tag nehmen wir viele Ideen und Anregungen mit in unsere eigene Arbeit; vor allen Dingen aber, dass Digitalisierung in der Ausbildung ein Thema ist, das in jedem einzelnen Unternehmen neu erfunden, entwickelt, definiert und gelebt werden muss, damit es von einem Schlagwort zu einem schlagkräftigen Konzept werden kann.

2. Planungs-Workshop NETZWERK Q 4.0 beim IW in Köln

Der 2. Planungsworkshop am 6. und 7. Februar 2020 zu dem sich die Arbeitsgemeinschaft der Bildungswerke der Wirtschaft im Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln trafen, stand ganz im Zeichen der Fragen: "Wo stehen wir? Wie weit sind wir schon? Was brauchen wir? Und: Wie wollen wir zusammenarbeiten?"

Während es im ersten Workshop noch um viele Berichte über Personalsuche, Neueinstellungen und erste Orientierung ging, bediente der zweite Planungsworkshop viele Elemente der Umsetzung. In diesem Zusammenhang gewinnt der sogenannte Design Thinking-Prozess an Bedeutung. Dieser ist besonders wichtig, um die tatsächlichen Bedürfnisse der Ausbilder*innen in Form von Interviews zu erheben. Als Hauptaufgabe des bundesweiten Netzwerks der Arbeitsgemeinschaft der Bildungswerke kristallisierte sich heraus, einen klaren Fokus auf Fachinhalte in Kombination mit Sozial- und Personalkompetenzen sowie auf die Rolle der Ausbilder*innen als Lernprozessbegleiter zu legen.

In drei Arbeitsgruppen wurde zunächst am ersten Workshop-Tag diskutiert und vereinbart, wie innerhalb des Netzwerks zukünftig gearbeitet werden soll. Diese Gruppen gliederten sich in die Bereiche Kommunikation, E-Learning & LMS sowie Finanzen & Dokumentation. Dabei hatte das NETZWERK Q 4.0 in Berlin und Brandenburg die besondere Aufgabe, als positives Beispiel hinsichtlich des bisherigen Fortschritts im Projekt einen kurzen Vortrag darüber zu halten was bisher erreicht und wie vorgegangen wurde. Darüber war das Projektteam natürlich sehr stolz. Außerdem gab es erneut die Möglichkeit zum gemeinsamen Austausch und innerhalb des Netzwerkes voneinander zu lernen. Am zweiten Workshop-Tag lag der Fokus auf der inhaltlichen Schwerpunktsetzung hinsichtlich der Branchen und Berufsfelder sowie auf der Methodik des Design Thinking.

Das Team "NETZWERK Q 4.0" auf den Spuren digitaler Trends auf der Learntec 2020

Vom 28. - 30. Januar 2020 machte das Projektteam "NETZWERK Q 4.0" die internationale Fachmesse LEARNTEC in Karlsruhe unsicher. Auf Europas Nr. 1 für digital learning konnten wir viele neue Kontakte mit interessierten Unternehmen knüpfen, die zum einen Fortbildungsbedarf ihrer Ausbilderinnen und Ausbilder im digitalen Wandel sahen, und die uns mit ihrem Angebot hinsichtlich interessanter Software oder Lernmanagementsysteme inspirierten. Außerdem bot uns die Messe allerhand neue Erkenntnisse über digitale Trends, die sich bereits jetzt bzw. in den nächsten Jahren durchsetzen werden. Beispielsweise erfuhren wir, dass sogenannte Microlearnings - portionierte Lerneinheiten von wenigen Minuten - Lehrvideos, die oftmals mehr als eine Stunde dauern, nach und nach ablösen werden. Auch digitale Komplettlösungen, die aus mehreren Anwendungen, wie Lernmanagementsystemen, Autorencontent- oder Designtools bestehen, werden im Bereich der Unternehmensschulungen immer populärer. Adaptive Lernsysteme, die sich dem Lernenden bezüglich seiner Lernpräferenzen oder Lernfortschritte anpassen, werden bereits in vielen Unternehmen klassischen Lernmanagementsystemen, wie beispielsweise Moodle, vorgezogen. Weiterhin konnten wir feststellen, dass sich das Thema Lernen in Unternehmen weiterhin im Aufwärtstrend befindet. So finden beispielsweise kreative Lernformate, wie Barcamp oder Rotation Day, ihren Weg in das Feld der Unternehmensweiterbildung. Auch komplette Videospiele für unterschiedliche Einsatzfelder, zum Beispiel für das Onboarding, werden in Unternehmen erfolgreich genutzt, um eine hohe Merkquote aus den in das Spiel integrierten bildintensiven Lernszenarien zu erreichen.
Mit einem Personalerfrühstück im Berlin Capital Club startete der bbw Seminar- und Lehrgangsbereich am 22. Januar 2020 eine Veranstaltungsreihe für HR-Verantwortliche von Berliner und Brandenburger Unternehmen. Mit dabei war unsere Projektleiterin für Berlin, Dörte Kanzler, die die Gelegenheit nutzte, sich mit den eingeladenen Unternehmen auszutauschen:

"Unser Projekt Netzwerk Q 4.0 stieß bei den Personalverantwortlichen auf großes Interesse. Die Personalchefin eines Unternehmens, welches Chemielaboranten ausbildet, meldete sich kurz nach dem Event bei mir zurück. In den nächsten Schritten werden wir prüfen, inwiefern Ausbilderinnen und Ausbilder in ihrem Unternehmen Unterstützung in der Weiterentwicklung ihrer Fach- und Sozialkompetenzen im digitalen Wandel benötigen. Wenn Bedarf besteht, laden wir diese gern zu unserem ersten Dialogworkshop ein."
Am 10. und 11. Januar 2020 öffnete die größte Bildungs- und Karrieremesse in Brandenburg - die IMPULS - ihre Türen und präsentierte sich mit insgesamt 234 Ausstellern zum siebzehnten Mal in Cottbus!

Unser Projektmanager für Lernprozesse in Brandenburg, Mohsen Ataey, war auch dabei und kam mit vielen Ausbilderinnen und Ausbildern ins Gespräch, denen er die neue Initiative des IW im Land Brandenburg vorstellte. Unter ihnen waren viele aus den Bereichen Maschinenbau, Elektrotechnik, der Chemie-Branche, Dienstleistungen, Finanzen aber auch aus dem Medizin- und Pflegebereich vertreten. Herrn Ataey gelang es, ausführliche Gespräche mit Ausbildungsverantwortlichen zu führen, die hinsichtlich unserer Projektziele großes Interesse zeigten.

Außerdem wurden auf der Messe 380 Ausbildungsberufe und deren breites Beschäftigungsfeld von der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer, der Landeszahnärztekammer, der Rechtsanwaltskammer, der Landesärztekammer und erstmals auch von der Steuerberaterkammer Brandenburg vorgestellt.
Zum Projektbeginn von "NETZWERK Q 4.0" lud das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) am 7.und 8. November 2019 alle Bildungswerke zu einer Kick-Off-Veranstaltung nach Köln ein, um alle Projektpartner über Ziele, Inhalte und Methoden des Projektvorhabens zu informieren, die Arbeitsteilung zu klären und die Erwartungshaltungen wechselseitig abzustimmen. Dieser erste von mehreren Planungsworkshops diente als Voraussetzung für den Auf- und laufenden Ausbau der Koordinierungsstellen und bot viele unterstützende Hinweise sowie Umsetzungsdetails, um die spätere Arbeitsphase zu begleiten. Für den kontinuierlichen Austausch und die Vernetzung der Bildungswerke untereinander wird es regelmäßig Treffen dieser Art geben, bei denen das IW inhaltlich-konzeptionell unterstützt. Weiterhin haben alle Akteure die Möglichkeit, sich auf einer Lernplattform über aktuelle Entwicklungen zu informieren und auszutauschen. Der nächste Planungsworkshop wird im Februar 2020 stattfinden bei dem die nächsten Schritte besprochen werden.

NETZWERK Q 4.0 ist ein gemeinsames Projekt des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und der Bildungswerke der Wirtschaft, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird. In diesem Vorhaben wird angestrebt, einen bundesweiten Standard zur Qualifizierung des Berufsbildungspersonals 4.0 zu entwickeln.