26.02.2019

PRESSEMITTEILUNG: Arbeitsministerin Karawanskij besuchte KAUSA Servicestelle in Cottbus

Das KAUSA-Team gab der Ministerin einen Einblick in die Projektarbeit, mit der im Land Brandenburg mehr Zugewanderte in Ausbildung gebracht werden sollen.

Seit anderthalb Jahren unterstützt die KAUSA Servicestelle Brandenburg landesweit junge Migrantinnen und Migranten mit und ohne Fluchterfahrung in Sachen berufliche Ausbildung. Die Koordinierungsstelle Ausbildung und Migration (kurz: KAUSA) ebnet dabei mit verschiedenen Aktionen Jugendlichen den Weg zu passenden Lehrstellen. Gleichzeitig werden auch Eltern und Unternehmen angesprochen. Arbeitsministerin Susanna Karawanskij besuchte heute die KAUSA Servicestelle in Cottbus und sprach dort mit dem Berater-Team und jungen Geflüchteten über ihre Erfahrungen. Begrüßt wurde sie von der Projektleiterin Charlotte Kruhøffer, Sonja Staack, stellvertretende Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg, und Eberhard Tomsche, Cottbuser Geschäftsführer der Unternehmensverbände (UVB).

Arbeitsministerin Susanna Karawanskij sagte: "Ich bin beeindruckt von dem Engagement der KAUSA Servicestelle Brandenburg. Wie wir heute deutlich sehen konnten, haben junge Menschen unterschiedlichster Herkunft Vertrauen zu dem KAUSA-Team gefasst und werden schrittweise an Ausbildungsbetriebe herangeführt. Selbst wenn nicht immer ein direkter Übergang in Ausbildung gelingt, so kann sich auch eine berufsvorbereitende Maßnahme oder eine Einstiegsqualifizierung als Eintrittskarte für einen erfolgreichen beruflichen Werdegang erweisen. Besonders freut mich, wie KAUSA die jungen Frauen und Männer auch auf mitunter untypische Berufswahlentscheidungen vorbereitet. In Brandenburg gibt es tolle berufliche Chancen - es lohnt sich, auch für Berufe offen zu sein, die im eigenen sozialen Umfeld weniger verbreitet sind. Dabei müssen natürlich auch die Eltern mitgenommen werden, was die Servicestelle ebenfalls vorbildlich leistet. Ich wünsche allen Beteiligten weiterhin viel Erfolg!"

KAUSA-Projektleiterin Charlotte Kruhøffer sagte: "Wir wollen erreichen, dass die jungen Leute konkrete Vorstellungen von den für sie geeigneten Berufen und den Unternehmen erhalten, die Ausbildungsplätze anbieten. Das geht nur draußen, im Betrieb und mit vielen Gesprächen. Deshalb gehen wir regelmäßig z.B. zu Tagen der offenen Tür und organisieren Betriebstouren. Wir vermitteln Probearbeitstage, sprechen natürlich viel über die Berufe, Ausbildung und Jobs in der Region - und bleiben vor allem in Kontakt. Das läuft immer sehr individuell. Dabei lernen wir viel: Zum Beispiel, dass eine aus unserer Sicht perfekte Lehrstelle, manchmal sogar mit Wohnungsangebot, von Geflüchteten als gar nicht attraktiv empfunden wird, wenn dafür Familie, Fußballverein oder der noch junge Freundeskreis verlassen werden müssten."

In der Beratungsstelle traf Ministerin Karawanskij den 21-jährigen Mayar Almousa aus Syrien, der über KAUSA seit Herbst 2018 im Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum eine Ausbildung zum Medizinisch-Technischen-Radiologieassistenten (MTRA) absolviert. Sie erfuhr, dass er vor allem durch die besonders berufsbezogene Berufsorientierung Interesse für seinen künftigen Beruf entwickelt hat, über den er vorher gar nichts wusste.

Von den jungen syrischen Schwestern Esraa und Ayah Abdull Latif und Marlen Berg, der Leiterin des Projektes "MIA-Mädchen in Aktion", erfuhr die Ministerin über die regelmäßigen gemischten KAUSA- und MIA-Mädchen-Treffen beim KAUSA-Netzwerkpartner im Cottbuser Frauenzentrum. Hier wird gemeinsam gebastelt, genäht und dabei über Erlebnisse, Schulalltag und Zukunftspläne gesprochen - auch über Ausbildung.

Dass es bei jeder und jedem der etwa 250 jungen Ausbildungsinteressentinnen und -interessenten, die die vier KAUSA-Berater in 2018 beraten und begleitet haben, sehr individueller Vorgehensweisen bedarf und oft mehrfacher Anläufe, bevor sich Erfolge einstellen, nahm die Ministerin mit. Sie ließ sich berichten, wie die Zusammenarbeit mit Behörden, Schulen, Oberstufenzentren, mit Bildungsträgern, Kammern und themenverwandten Projekten bis hin zu ehrenamtlich tätigen Initiativen organisiert wird und lobte hier besonders die enge Zusammenarbeit und das Bemühen, bedarfsgerechte und aussichtsreiche Beratungs- und Veranstaltungsformate zu entwickeln und zu erproben.

Einig waren sich Projektleitung und Besuch über die Herausforderungen der kommenden Monate. Es sollen alle Anstrengungen auf einen guten Start des neuen Ausbildungsjahres gerichtet werden, damit weniger Ausbildungsplätze frei bleiben, als in den Jahren zuvor, Hürden überwunden werden und für junge Migrantinnen und Migranten die beruflichen Perspektiven in der Region erschlossen werden können. Dafür sei die Akteurslandschaft im Land bereits gut aufgestellt und eine große Anzahl von Unternehmen bereit.

Hintergrund:
Die Koordinierungsstelle für Ausbildung und Migration (kurz: KAUSA) startete Ende 2017 und hat Beratungsstellen in Cottbus und Oranienburg. Das mehrsprachige KAUSA-Team berät landesweit.
KAUSA ist Teil des Ausbildungsstrukturprogramms JOBSTARTER beim Bundesinstitut für Berufsbildung. In Brandenburg ist die "KAUSA Servicestelle" auf Initiative vom DGB Bezirk Berlin-Brandenburg und der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) entstanden und wird aus Landesmitteln kofinanziert. Projektträger sind bis 2020 die Bildungsinstitutionen "ARBEIT UND LEBEN - DGB/VHS", Landesarbeitsgemeinschafft Berlin e.V. und "bbw Akademie für Betriebswirtschaftliche Weiterbildung GmbH".

Internet: www.kausa-brandenburg.de , www.facebook.com/KAUSABrandenburg/


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