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18.09.2026

Unternehmensforum Oberhavel: Fachkräfte sichern - Integration gestalten

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Wie können Unternehmen Fachkräfte gewinnen, entwickeln und langfristig halten? Welche Unterstützung gibt es für die Integration internationaler Beschäftigter? Und wie gelingt es, Unternehmen und die zahlreichen Unterstützungsangebote in Brandenburg besser miteinander zu verbinden?

Diesen Fragen widmete sich am 16. September 2026 das erste Unternehmensforum Oberhavel am Standort Oranienburg der bbw Akademie.

Rund 20 Gäste aus Unternehmen, Wirtschaftsförderung, Jobcenter und regionalen Netzwerkstrukturen kamen zusammen, um sich zu informieren, Erfahrungen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.

Dabei wurde schnell deutlich: An Unterstützungsangeboten und engagierten Akteuren mangelt es nicht. Die Herausforderung besteht vielmehr darin, Bedarfe, Angebote und die richtigen Ansprechpartner zusammenzubringen.

Betriebliche Integration braucht praktische Unterstützung

Einen ersten fachlichen Impuls gab Martin Klede von der Betrieblichen Begleitagentur bea-Brandenburg.
Die bea-Brandenburg unterstützt Brandenburger Betriebe bei der Ausbildung, Beschäftigung und Qualifizierung von Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung. Dabei reicht das Angebot von betriebsbezogener Beratung über Sprach- und Kulturmittlung bis zur Entwicklung einer Willkommenskultur und zur Stabilisierung bestehender Arbeitsverhältnisse. Die Beratung erfolgt unabhängig von Branche und Unternehmensgröße und kann telefonisch, digital oder persönlich vor Ort stattfinden.

Besonders praxisnah wurde deutlich, vor welchen Fragen Unternehmen dabei stehen: Wie lassen sich Sprachbarrieren und vorhandene Qualifikationen einschätzen? Wie kann Spracherwerb am Arbeitsplatz unterstützt werden? Welche Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten gibt es? Und wie gelingt es, neue Mitarbeitende nachhaltig in Belegschaft und betriebliche Abläufe zu integrieren?

Eine ergänzende Akteursübersicht zeigte zugleich, wie breit das Unterstützungsnetzwerk in Brandenburg bereits aufgestellt ist - von Spracherwerb und Ausbildung über Fachkräftegewinnung und finanzielle Förderung bis hin zu Fragen des Fachkräfteeinwanderungsrechts und der Anerkennung ausländischer Qualifikationen.

Berufsorientierung ist ein Prozess

Den zweiten fachlichen Impuls gestalteten Andrea Behrends und Mita Roß von der KAUSA-Landesstelle Brandenburg.

Im Mittelpunkt stand insbesondere die Berufs-Wege-Planung und damit eine Erkenntnis, die für erfolgreiche Ausbildung von zentraler Bedeutung ist: Eine tragfähige Berufswahl entsteht nicht erst mit der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz.

Eigene Stärken und Interessen erkennen, Berufsfelder kennenlernen, praktische Erfahrungen sammeln, eine Entscheidung treffen und schließlich den passenden Ausbildungs- oder Studienplatz finden - Berufsorientierung braucht Zeit, Begleitung und Ausdauer.

Die KAUSA-Landesstelle unterstützt dabei insbesondere Migrantinnen und Migranten sowie Geflüchtete auf dem Weg in die duale Ausbildung und arbeitet zugleich mit Unternehmen und regionalen Netzwerkpartnern zusammen. Seit 2025 steht zusätzlich der Transfer der über viele Jahre gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse in bestehende Strukturen und Netzwerke im Mittelpunkt.

Der vorgestellte Erfahrungsschatz macht zugleich deutlich, dass weiterhin Informations- und Beratungsbedarf besteht - sowohl hinsichtlich der Voraussetzungen einer dualen Ausbildung als auch zu betrieblichen Anforderungen, Unterstützungsangeboten und regional unterschiedlichen Möglichkeiten der beruflichen Integration.

Fachkräftesicherung funktioniert im Netzwerk

Genau an dieser Stelle schloss sich der Kreis zum Anliegen des Unternehmensforums.

Denn Unternehmen müssen die Vielzahl der vorhandenen Angebote nicht allein überblicken. Wirtschaftsförderung, Jobcenter, Bildungsanbieter und spezialisierte Netzwerkpartner verfügen über unterschiedliche Kompetenzen und Unterstützungsmöglichkeiten.

Entscheidend ist, dass diese sichtbar und miteinander verbunden werden.

Deshalb stand nach den fachlichen Impulsen vor allem der persönliche Austausch im Mittelpunkt. Die Gäste nutzten die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, Erfahrungen auszutauschen und neue Ansprechpartner kennenzulernen. Auch das IQ Netzwerk war mit einem eigenen Informationsangebot vor Ort vertreten.

Gerade in diesen Gesprächen entstanden neue Perspektiven und konkrete Anknüpfungspunkte für eine weitere Zusammenarbeit in der Region.

Aus einem Nachmittag sollen neue Verbindungen entstehen

Für die bbw Akademie Oranienburg endet das Unternehmensforum deshalb nicht mit dem Veranstaltungstag.

Das erste Unternehmensforum hat gezeigt, wie wertvoll es ist, unterschiedliche Perspektiven an einen Tisch zu bringen. Gleichzeitig ist deutlich geworden, dass vorhandene Angebote noch stärker sichtbar gemacht und die Wege zwischen Unternehmen und den passenden Ansprechpartnern möglichst einfach gestaltet werden müssen.

Diesen Austausch möchten wir fortsetzen und auch künftig Themen aufgreifen, die Unternehmen und Arbeitsmarktakteure in Oberhavel bewegen.

Denn nachhaltige Fachkräftesicherung beginnt nicht erst mit einer konkreten Weiterbildung, einer Ausbildung oder einer Stellenbesetzung.

Sie beginnt dort, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen.

Grundlage: Präsentationen des Unternehmensforums Oberhavel vom 16. September 2026 (bea-Brandenburg, KAUSA-Landesstelle Brandenburg sowie Akteursübersicht Brandenburg).

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Ansprechpartner:in

Isabelle Hendrich
Leiterin des Bildungszentrums